Ecce Homo: Eine Story trägt weiter als Schönheit

Ecce Homo kennt jeder – aber die Wenigsten wissen, wie die Story weitergeht.

Nico Klink Director Brand StrategyAktualisiert 23. März 2026

Enthält KI-generierte Szenen

Ecce Homo kennt jeder – aber die Wenigsten wissen, wie die Story weitergeht.

Niemand, der 2012 im Internet unterwegs war, kam an diesem Bild vorbei. Es zeigt den misslungenen Versuch, das Kirchen-Fresco “Ecce Homo” von Elias Garcia Martinez zu restaurieren. Das Meme ging um die Welt, die Amateurkünstlerin Cecilia Giménez wurde ausgelacht, beschimpft, bedroht. Aber die Story hört hier nicht auf.

Ecce Homo entsteht 1930 in Borja, einer unauffälligen Kleinstadt in Spanien. Ähnlich dem Gemälde, dem die Presse wenig künstlerischen Wert attestiert, weil “Martinez kein großer Künstler ist und sein Gemälde kein Meisterwerk”. Entsprechend zerfällt das Werk über die Jahrzehnte, bis Giménez versucht, es zu restaurieren - und scheitert.

Der Fail geht viral, auf Reddit, 4chan, Facebook, Twitter, Giménez gut gemeinte künstlerische Katastrophe wird zur Lachnummer - und zum Segen für alle Beteiligten. Denn auf die Memes folgen mehr als 300.000 Tourist:innen, die die 5000-Einwohner-Stadt besuchen. Zehntausende Euro Spendengelder, jede Menge Merchandise, Restaurants und Shops florieren, sogar ein Kunstzentrum wird eröffnet.

Giménez wird zur Lokalprominenz, gewinnt einen riesigen Aufschwung für ihre Stadt - und dank 50%-iger Beteiligung am Merchandise die finanzielle Sicherheit, ihren behinderten Sohn zu pflegen.

Das “Redesign” hat Ecce Homo vielleicht nicht schöner gemacht - aber ihm Charakter gegeben, Einzigartigkeit und eine Geschichte, die die halbe Welt erreicht hat. Der Fall zeigt, dass Stories oft mehr tragen als Schönheit – und dass auch große Fehler ein großartiges Ende finden können.

Nico Klink

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